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Hallo
Liebe Tagesmütter, liebe Mütter, liebe interesssierte Leser !
wieder
daheim in Bad Münster am Stein schreibe ich Ihnen aus meinem
neuen Büro. Wenn auch noch nicht alles fertig ist, so fühle ich
mich doch sehr wohl. Nochmal zur Erinnerung - unsere alte/neue
Telefonnummer: 06708-660636 // Fax: 06708-661570. Ich möchte mich
bei allen Müttern und Tagesmüttern bedanken für die zahlreichen
guten Wünsche. Besonders aber bei Frau Buchmann, aus Traisen, die
mir "Brot und Salz" ins neue Heim brachte. Das hat mich
ganz besonders gefreut. Das Brot ist aufgegessen - das Salz noch
da ;-).
Heute
startet unser Info-Brief mit einem Beitrag von Anette
Vanderwege, von Wigwam 2 aus Hocheim - Massenheim. Sie
findet, dass die Mütter und Tagesmütter auch mal einen kleinen
Einblick haben sollten in unsere Büroarbeit. Infolge endet der
Info-Brief wieder sehr informativ. Ich habe Themen aufgegriffen,
die grundsätzlich aktuell sind, aber auch für bestimmte Eltern
und Wigwam-Betreuer im Moment sehr wichtig sind.
Frau
Vanderwege von Wigwam
2 aus Hochheim-Massenheimmeldet meldet
sich zu Wort........
"Ein
ganz normaler Tag in (m)einem WIGWAM"
6.00 Uhr: Alles
ist ruhig und schläft. Ich träume vom Urlaub in der
Südsee, ein kleiner Windhauch huscht über meine Haut.
Gerade als die Sonne am heißesten scheint, werden zwei
Eisbrocken auf meinen Bauch geworfen. Ich schrecke aus meinem
Traum auf und schaue in zwei leuchtende Kinderaugen. Die
Eisbrocken entpuppen sich als Kinderfüße, mein kleiner
Sohn strahlt mich an und verkündet: "Momi fertig
Heia"!
Das
ist der Beginn eines Tages in meiner Wigwam - Filiale. Bis 8.30
Uhr tobt der normale Wahnsinn. Der "Große" ist
mittlerweile aufgewacht, und es gibt schon den
ersten Streit um eines der mindestens 100 Kuscheltiere. Das
Frühstück wird vorbereitet, die Kinder angezogen, Diskussionen
werden geführt, ob Zähneputzen auch wirklich nötig ist. Das
eine Kind wird in die Schule geschickt und das andere muss
in den Kindergarten gebracht werden.
8.29
Uhr das Telefon klingelt zum 1. Mal. Mit der
Kaffeetasse jonglierend, laufe ich an den Schreibtisch.
Mist - da lag noch das Auto vom Vortag. Ich trete drauf und
komme stolpernd an meinem Schreibtisch an. Dabei bekleckere ich
meinen Pullover, den Rest vergieße ich auf dem Schreibtisch.
Fluchend nehme ich den Hörer ab und trällere lächelnd:
"Kinderbetreuungsbörse: Guten Morgen".
Ein
ganz normaler Vormittag beginnt: Ich nehme eine Unmenge
Neuanfragen entgegen, höre mir Ergebnisse meiner Bemühungen
der letzten Tage an, telefoniere, berate, disponiere um,
organisiere, diskutiere, verhandele, schlichte, kläre auf
und mache mir eine Unmenge Notizen; alle 10 Minuten denke ich
mich in eine andere "Geschichte" ein. Wähle
neue Tagesmütter zum Gespräch aus, vergebe Termine hier und
da, wo Platz ist. Zwischendurch ärgere ich mich mit
Krankenkassen und Ämtern herum, die uns Steine in den Weg
legen, schreibe Ärzte, Kindergärten und Krabbelstuben an,
und bitte darum unser Material auszulegen. Verhandele mit
Firmen, und sozialen Einrichtungen, knüpfe Kontakte, arbeite
Unterlagen für meine Mütter aus, stelle Material für große
Tagesmutter-Treffen zusammen. Zwischendurch ruft Frau Rowley an,
um mir mitzuteilen, dass es Neuerungen gibt, und die Unterlagen,
die ich soeben liebevoll zusammengesucht habe, umgestaltet
werden müssen.
13.30 Uhr die
offizielle Bürozeit ist zu Ende und die Kinder sind zu
Hause. Ich habe viel geredet und keine Zeit zur Umsetzung
gehabt. Alle Arbeit ist angefangen - neue dazugekommen und
nichts zu Ende gebracht. Zwischen Kochlöffel und
Tischdecken, stehle ich mich also noch einmal ins Büro um
ganz dringend den ein oder anderen Brief fertig zu
schreiben. Mein " Kleiner" bekommt das mit,
und will helfen. Er sitzt auf meinem Schoß und versucht immer
wieder ein Knöpfchen auf der Tastatur zu erwischen. Das Telefon
klingelt und weil ich nun mal da bin, gehe ich auch ran. Eine Mutter
braucht Hilfe - jetzt! Die Hilfe, will mein Kind
leisten. "Mami, Momi will auch telefonieren". Ich
merke das das nichts wird und vertröste die Mutter
auf abends.
20.00
Uhr: Die Kinder sind im Bett. Jetzt schnell ans
Telefon und noch die Mutter vom Nachmittag anrufen; nicht
zu lange; weil ich muss ja jetzt erst richtig arbeiten. Während
des Gespräches klingelt aber das Notfall - Handy. Wir
brauchen dringend einen Ersatz für eine
"ausgefallene" Tagesmutter. Ich rufe noch einmal rum
und schaffe es auch für den nächsten Tag eine Lösung zu
finden. Danach wird es endlich wunderbar ruhig. Dies ist
die Gelegenheit um die liegengebliebenen Berge
aufzuarbeiten. Den Gedanken an den guten Krimi schiebe ich
beiseite - schlafen gehen ist auch nicht drin. Da fällt
mir ein, dass ich die Internet-Anfragen von heute noch nicht
eingesehen habe. Ich rufe sie ab - sind nur 24 - nur nicht
aufregen - immer schön der Reihe nach. Ich überprüfe die
Dringlichkeit und stelle fest, dass nur 20 dringend sind. Ich
mache mich an die Beantwortung - auf eine Erstreaktion soll
keine Mutter lange warten. Ich tröste mich mit dem Gedanken,
dass das Telefon morgen sicher ruhiger sein wird - dann werde ich
den liegengebliebenen Berg von heute abarbeiten.
24.00
Uhr:
Ich liege im Bett und denke noch einmal über den
vergangenen Tag nach - welche Mutter zu welcher
Tagesmutter; vor meinem geistigen Auge ziehen die
"potentiellen Pärchen", die zusammenpassen könnten,
vorüber. Und noch was: Eine Bemerkung einer Mutter
will mir nicht aus dem Kopf gehen:
"Was
machen Sie eigentlich den ganzen Tag - wir telefonieren doch
so selten miteinander?"
Anette Vanderwege
/ Wigwam 2
Der
Haushaltsscheck / Meldeverfahren für Kinderfrauen (gilt nicht für
Tagesmütter!)
Wigwam
vermittelt in jüngster Zeit wieder vermehrt Kinderfrauen, die
Ihren Lebensunterhalt mit der Kinderbetreuung bestreiten möchten;
also entweder Vollzeit in einer Familie tätig sind, oder mehrere
Familien in der Woche betreuen. Unser Pilotprojekt
"Kinderfrau auf Gewerbeschein" wird gut angenommen.
Immer mehr Erzieherinnen und auch ehemalige Altenpflegerinnen
wagen den Sprung in die Selbständigkeit.
Für
unsere Kinderfrauen, die weiterhin im Angestellten-Verhältnis
arbeiten möchten, gibt es die Möglichkeit dieses über
den "Haushaltsscheck" zu tun. Dieses vereinfachte
Meldeverfahren zur Sozialversicherung möchte ich Ihnen heute näher
bringen. Bei Beschäftigungsverhältnissen bis zu einem Entgelt
von 767,00 € im Monat kann der HH-Scheck verwendet werden. Dabei
spielt es keine Rolle, ob die Geringfügigkeitsgrenze von 325,00
€ unterschritten wird. Bei einem Arbeitsentgelt, was darüber
liegt, muss das normale Meldeverfahren angewendet werden.
Wie
funktioniert das?
Beim
HH-Scheck-Verfahren bucht die Krankenkasse die Beiträge von
insgesamt 27,7 % für Pflege-, Renten- und
Arbeitslosenversicherung (Basis 1999) vom Konto des Arbeitgebers
(abgebende Eltern) ab, der die Beiträge allein trägt; hinzu
kommen die Umlagen nach dem Lohnfortzahlungsgesetz und der Beitrag
zur Krankenkasse (ein individueller Satz), und ein Beitrag zur
Unfallversicherung, den diese selbst erhebt.
Wichtig
Übersteigt
das Arbeitsentgelt 325,00 € im Monat nicht, werden pauschale
Beiträge von 12 % zur Renten- und 10 % zur Krankenversicherung
abgebucht. Verzichtet der Arbeitnehmer auf die
Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung, werden zusätzlich
Pflichtbeiträge von 7,5 % zur Rentenversicherung abgezogen, die
ebenfalls der Arbeitgeber alleine zu tragen hat. Liegt das Entgelt
bei bis zu 153,00 € (der ganz genaue Betrag muss hier von Wigwam
noch erfragt werden), werden ca. 19,5 % zur Rentenversicherung
abgebucht. Der Arbeitgeber erteilt eine Einzugsermächtigung an
die Krankenkasse, welche die Sozialversicherungsbeiträge
berechnet. Diese leitet dann die Beträge an die einzelnen
Versicherungszweige weiter. Bei Beginn der Beschäftigung meldet
die Krankenkasse automatisch der Unfallversicherung Namen und
Anschrift des Arbeitgebers.
Zum
Jahres- oder Beschäftigungsverhältnisende erhält der
Arbeitgeber von der zuständigen Krankenkasse eine Bescheinigung,
die der Einkommenssteuererklärung beizulegen ist. Bescheinigt
werden der Zeitraum, für den Pflichtbeiträge zur
Rentenversicherung gezahlt wurden, sowie die gezahlten Entgelte
und Sozialabgaben.
Der
Arbeitnehmer erhält dann eine Mitteilung über die von der
Einzugsstelle erstattete Meldung zur gesetzlichen
Rentenversicherung; besonders den Bruttolohn und die genauen
Verdienstzeiträume.
Versicherungsschutz
in der Unfallversicherung
Unabhängig
von der Höhe des Arbeitslohnes sind grundsätzlich alle abhängig
Beschäftigten gegen Arbeitsunfälle versichert. Wie erwähnt, übernimmt
die Krankenkasse diese Anmeldung bei der Unfallversicherung.
Fristen
Der
private Arbeitgeber ist verpflichtet, den Beginn und die Art des
Arbeitsverhältnisses innerhalb von 2 Wochen bei der gesetzlichen
Krankenkasse seines Arbeitsnehmers zu melden.
Kommentar
von Wigwam: Eine saubere Lösung für unsere Kinderfrauen
- ein harter finanzieller Brocken für unsere abgebenden Eltern.
Mehr
Steuern für Allein Erziehende
Wussten
Sie, dass seit dem 01.01.02 allein Erziehende mehr Steuern zahlen
müssen? Der Haushaltsfreibetrag von 5.616 DM (neuester Stand in
€ ist uns noch nicht bekannt), wird bis zum Jahr 2005 nach und
nach abgeschafft. Das bedeutet in der Praxis, dass alle Eltern,
die ab Januar 2002 mit ihren Kindern alleine leben in Steuerklasse
1 eingestuft werden und somit wie Singles behandelt werden. Der
Verband allein erziehender Mütter und Väter (VAMV) organisiert
einen bundesweiten Protest gegen die Streichung der Steuerklasse
2. Wer sich an dem Protest beteiligen möchte, sollte einen an
sich selbst adressierten mit 1,12 € frankierten Umschlag an
den VAMV LV NRW e.V., Juliusstraße 13, in 45128 Essen schicken.
Rentenratgeber
für Frauen
Das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat
gemeinsam mit dem Bundesarbeitsministerium einen Rentenratgeber für
Frauen herausgegeben. Es geht darin um Frauen in allen
Lebenslagen: um Singles, allein Erziehende, erwerbstätige und
nicht erwerbstätige Frauen in teilzeit oder vollzeit. Es wird
informiert über Kindererziehungszeiten, Zusatzversorgung etc. Der
Ratgeber ist kostenlos und kann bestellt werden bei:
So
das wars für heute von dieser Stelle
Es grüßt
ganz herzlich Ihre
Susanne Rowley
Kbb Wigwam 1994 - Hauptstelle
(Gründerin)
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