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Hallo
liebe Tagesmütter, liebe Mütter, liebe interessierte Leser,
"wie
sehen Sie eigentlich aus, Frau Rowley".........möchten
viele Mütter, die mich seit vielen Jahren nur vom Telefon her
kennen, gerne wissen. Es gehen Gerüchte, ich sei
mindestens 55 Jahre alt und hätte einen ältlichen
"Knoten" in den Haaren :-). Also
das sind wir wirklich - ganz aktuell. Mama im grauen
Hemd; Meine kleine Tochter Marsha (links im Bild), wird im Juli 7
Jahre; rechts mit der weißen Jacke ist meine "große"
im März diesen Jahres 10 Jahre geworden; Laura-Amelie. Tja, und
das "braune Etwas" in der Mitte ist ein ständiger Gast
in unserem Hause; "Hund Dieter". Knüpft aber zu
Menschen keine ehrlichen Bindungen - nur zu solchen, die was zu
Essen in der Tasche haben!

Zunächst
einmal möchte ich ankündigen, dass in Zukunft (wie bereits im
Info-Brief 13 begonnen - "Büroalltag bei Wigwam 2")
immer öfter unsere Filialleiterinnen Frau Vanderwege/Wigwam 2 und
Frau König/Wigwam 3 Beiträge schreiben werden; zu erkennen an
den unterschiedlichen Farben; ich werde also das Verfassen der
Info-Briefe nicht mehr ständig alleine bewältigen. Auch Beiträge
unserer Tagesmütter und Mütter/Väter sind weiterhin herzlich
willkommen.
Was gibts Neues?
Wigwam 3 in Koblenz ist wieder fit
und geht erneut an den Start. Wir möchten an uns an dieser
Stelle bei allen Tagesmüttern und Müttern bedanken, die auf
unsere Frau König in dieser schweren Zeit gewartet haben. Wir
haben aber auch Verständnis für die Eltern, die Wigwam in
dieser Zeit verlassen haben. Es ist uns bewußt, dass wir in
Koblenz-Rhens seit Bestehen dieser Filiale noch nicht die
Gelegenheit hatten, uns den Platz zu verschaffen, der uns
uneingeschränktes Vertrauen einbringt. Zunächst einmal werden
wir aber das Gebiet von Wigwam3 begrenzen. Vermittelt wird nur
noch in Koblenz und Umland bis Mayen!
"Entscheidungshilfe für die "richtige"
Tagesmutter ?!"
Beitrag
von Frau Vanderwege / Leiterin Wigwam 2 in
Hochheim-Massenheim
Der
Idealfall :
Man besucht
zum 1. mal die Tagesmutter, findet helle, freundliche Räume
vor, eine fröhliche Kinderschar und eine nette Tagesmutter,
der die Sympathien von Vater und Mutter spontan zufliegen.
Im lockeren Gespräch stellt man fest, daß man in allen Punkten
auf der gleichen Wellenlänge liegt. Schnell ist man sich
einig und vertraut sein Kind nach einer angemessenen,
unkomplizierten Probezeit dieser Frau gerne an. So kann
es laufen - doch oft wird die Entscheidung von Kompromissen
und Zufällen beeinflusst.
"Objektive"
Regeln für die Auswahl einer Tagesmutter aufstellen zu
wollen, macht wenig Sinn. Die Ansprüche der Mütter sind so
individuell wie die Mutter selbst. Was dem einen gefällt,
findet der andere grauslich. Während eine Mutter am
liebsten Ihre Doppelgängerin sucht, will die andere eher
das Gegenteil. Wichtig ist, sich vorher ein
genaues Bild der potentiellen Tagesmutter zu machen; besser
gesagt, seine eigenen Prioritäten herauszuarbeiten. Ein
"Wunschzettel" sollte verfasst werden oder
die Gesprächshilfe kann hilfreich sein. Wer jedoch eine Märchenfrau
sucht, wird Schiffbruch erleiden.
Viele Mütter
beobachten auch Ihre Kinder beim Besuch einer
potentiellen Tagesmutter, warten auf ein Zeichen, das Ihnen
die Entscheidung abnimmt oder erleichtern könnte. Sicher
beruhigt es ungemein, wenn das Kind sich gleich auf den Schoß
der Tagesmutter setzt. Die letzte Entscheidung sollte
allerdings dem Gefühl der Mutter vorbehalten sein. Kinder,
die weniger spontan sind und etwas schüchtern in der Ecke
sitzen, würden sonst Ihrer Mutter völlig falsche Zeichen
geben. Und Kinder sind mal guter, mal schlechter Laune, ihre
Stimmung schwankt mit Müdigkeit oder Hunger - mit der Betreuungsqualität einer Tagesmutter
hat dies oft nichts zu tun. Auch das schlechte Gewissen der
Mutter färbt unversehends auf ihren Spross ab. Drum sollte
die grundsätzliche Entscheidung, eine neue Bezugsperson in
das Leben des Kindes einzuladen, vorher gefallen sein.
Die Entscheidung
für eine bestimmte Tagesmutter nimmt Ihnen niemand ab.
Nicht einmal ein "staatlich geprüft" hilft
letzendlich weiter. Hat jemand dieses Zertifikat oder eine
andere Qualifikation erworben, hat man damit lediglich ein
Indiz für ein gewisses Engagement. Anderseits gibt es jede
Menge Tagesmütter, die auch ohne besondere
Zusatzausbildung; sprich nur mit dem "Herz auf dem
rechten Fleck" hervorragende Arbeit leisten.
Worauf beruht also die Entscheidung für eine bestimmte
Tagesmutter?
Sie findet zunächst
aus dem Bauch heraus statt, aus einem spontanen
Gefühl von gegenseitiger Sympathie. Stimmt die erste
Akzeptanz, ist der Grundstein für alle weiteren Vereinbarungen
gelegt. Ein gesundes Verhältnis, geprägt aus Nähe
und Distanz und der Mut zu klaren Absprachen, ebnen den
weiteren Weg. Wir helfen Ihnen dabei.
Anette
Vanderwege (Wigwam 2)
Thema Kinderfrau / ganz aktuell / "Das Mainzer
Kombilohn-Modell"
Beitrag von Susanne Rowley /
Wigwam-Hauptstelle
wenn Sie unsere Info-Briefe eifrig
studiert haben, dann wissen Sie, dass das Thema Kinderfrau uns
immer unter den Nägeln brennt und wir stets bemüht sind,
Lösungen zu finden, um die Kinderfrau "finanzierbar"
zu machen. Wo liegt das Problem? Die Eltern können den hohen
Stundenlohn, den eine Kinderfrau verdienen muss, um davon leben
zu können, nicht bezahlen; die Sozialabgaben sprengen den
Rahmen, auch für gut verdienende Eltern. Auf der anderen
Seite möchten Kinderfrauen aber "abgesichert" sein;
lehnen die gebotenen Jobs aber ab weil unterm Strich nichts
bleibt.
Das könnte sich jetzt ändern! Ab
dem 1. März 2002 ist das "Mainzer Modell" in ganz
Deutschland anwendbar und soll Brücken in die
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im
Niedriglohnbereich bauen. Der Bundeshaushalt stellt dafür im
Jahr 2002 43,5 Mio. Euro zur Verfügung.
Wigwam hat dieses
Modell bereits angewandt und möchte es auch zukünftig
nutzen, um Kinderfrauen und Eltern zusammenzubringen! Ein
Mainzer Elternpaar wird in einem der nächsten Info-Briefe
darstellen, wie sie zusammen mit Wigwam und der Unterstützung
des Maat-Werkes in Mainz (Herrn Kuhlmann) einer rückkehrenden
Erzieherin aus Amerika eine Anstellung als Kinderfrau bieten
konnten.
Um
Missverständnissen gleich vorzubeugen; bei den u.g.
Einkommensgrenzen sind nicht die Eltern (Arbeitgeber) gemeint,
sondern die potentielle Kinderfrau (Arbeitnehmer)!
Wer kann das "Mainzer
Modell" nutzen?
es steht allen Personen offen, die
im Einkommensbereich von über 325 Euro bis 897 Euro eine
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Bei
Verheirateten, Paaren und allein Erziehenden liegt die
Obergrenze bei einem gemeinsamen Einkommen von 1.707 Euro. Zusätzlich
gibt es für Kleinverdiener-Familien und allein Erziehende einen
Zuschlag zum Kindergeld.
Was ist so besonders am
"Mainzer Modell" ?
Die Förderung ist nicht auf
bestimmte "Zielgruppen" beschränkt. Abhängig ist die
Förderung einzig vom Einkommen. Es steht für alle Personen
offen, die eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
im Rahmen bestimmter Einkommensgrenzen aufnehmen.
Kleinverdiener erhalten Entlastung
bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Gefördert werden Ledige,
deren monatliches Entgelt mehr als 325 Euro beträgt und den
Betrag von monatlich 897 Euro nicht überschreitet. Bei allein
Erziehenden, Verheirateten oder Paaren (eheähnliche
Gemeinschaft), liegt die Obergrenze bei 1707 Euro.
Die Förderung an sich wird
"entbürokratisiert". Die Förderbeiträge beim
Sozialversicherungszuschuss als auch beim Kindergeldzuschlag
werden pauschaliert. Je nach Verdienst erhalten
Kleinverdiener-Familien und allein Erziehende für Kinder
bis 18 Jahre einen Zuschuss von 25.50 Euro bzw. 75 Euro pro
Kind.
Bei Arbeitslosenhilfe- und
Sozialhilfebeziehern wird auf die Einkommensprüfung verzichtet.
Sozialhilfeempfänger werden bei Aufnahme einer Arbeit künftig
finanziell besser da stehen, weil eine Anrechnung auf die
Sozialhilfe vermieden wird. Darüber hinaus können die Eltern
(Arbeitgeber), die eine geförderte Kinderfrau (Arbeitnehmer)
beschäftigen, einen "Eingliederungszuschuss" für
max. 6 Monate bekommen.
Gefördert wird individuell bis zu
35 Monaten.
Wichtig
Keine Förderung gibt es bei
bestehenden Beschäftigungsverhältnissen, um den
"Mitnahmeeffekt" zu begrenzen; z.B., wenn der
Arbeitnehmer im einstellenden Unternehmen während der letzten 6
Monate vor Förderungsbeginn bereits
sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Das wechseln von
einer bislang geringfügigen Beschäftigung in eine
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im selben
Unternehmen ist aber möglich.
Tagebuch einer Tagesmutter
Beitrag von
Frau König/Leiterin von Wigwam3 in Koblenz-Rhens
Ich
arbeite seit 1995 als Tagesmutter und habe es mir zur Gewohnheit
gemacht, hin und wieder das Tagesgeschehen festzuhalten. Es
ist aufregend, nach Jahren wieder zu lesen, was man vor langer
Zeit über die einst betreuten Kinder geschrieben hat. Ich
empfinde es auch als große "Denkstütze", wenn ich
ein Gespräch mit einer Mutter über ein difiziles Thema führe;
dann kann ich nachschlagen. Wenn
ein Betreuungsverhältnis endete, gab ich den Mamis die Bücher
als Abschiedsgeschenk mit. Die Freude der Mütter über diese Mühe
war ungeheuer groß. Über den Ausspruch einer Mutter freue ich
mich bis heute. Sie sagte zu mir: "Wissen Sie - mit dem
Tagebuch haben Sie mir ein Stück der fehlenden Zeit mit meiner
Tochter zurückgegeben......."

Mein
Tagebuch
November.......
Früh
morgens kam Marie nach einer ziemlich stressigen Nacht zu mir.
Sie schlief sehr unruhig; 4 x musste ich insgesamt aufstehen,
ihr trinken geben und sie trösten. An ihren müden Augen konnte
man die Strapazen der letzten Nacht erkennen. Maries Mama war am
Abend zuvor in einem starken Gewissenskonflikt, ob sie mir die
kleine heute da lassen sollte, oder lieber nicht. Mit
aufmunternden Worten konnte ich sie davon überzeugen, mit
ruhigem Gewissen arbeiten zu gehen. Im Vorfeld haben wir über
die Medikamentengabe (Hustensaft, Fieberzäpfchen etc.) ausführlich
gesprochen. Ich versprach aber in der Klinik sofort anzurufen,
wenn Marie danach verlangte, oder ich es für richtig hielt.
Um
7.30 Uhr erwachte Marie - ziemlich schlecht drauf. Richtig umgänglich
waren an diesem Morgen meine beiden - zum Glück! Sie spürten,
dass Marie heute mehr Aufmerksamkeit von mir brauchte. Sie kümmerten
sich liebevoll, und mein Sohn Luca war sogar der Meinung, dass
er sie mit der Dauergabe von Keksen, die er ihr zu Hauf
verabreichte, "heilen" könnte. Im laufe des
Vormittages war Marie gut abzulenken durch das Spielen zu dritt.
Für das neue Farbenspiel, dass ihre Mami mitgebracht hatte,
konnte ich sie allerdings nicht begeistern; das war heute
einfach zu anstrengend. Sie wollten alle lieber malen. Wir
holten also Stifte und alte Tapetenrollen hervor und malten
abwechselnd Tiere, die den Kindern einfielen. Anschließend
durfte jeder sagen, was ihm zum jeweiligen Tier alles einfiel:
was es frißt, welche Töne das Tier von sich gibt. Wir hatten
großen Spaß und der Vormittag verlief so problemlos, dass ich
mich fragte, wo die Zeit geblieben war.
Zwischendruch
rief ich Maries Mama doch mal in der Klinik an; aber nur, weil
ich wusste, dass sie sich sicher Gedanken um ihre kränkelnde
Tochter machen würde. Das Mittagessen war fertig und alle
hatten einen Bärenhunger. Marie aß viel mehr als sonst. Ich
hatte fest damit gerechnet, dass sie heute nur herumstochern würde.
Ich war schon gespannt, was ihre Mutter dazu sagen würde -
Broccoli ist sie zu Hause nämlich nie!
Mittagsschlaf!
Nach so einem anstrengenden Vormittag fielen alle wie die
Fliegen ins Bett. Gegen meine sonstige Gewohnheit, las ich Marie eine
Geschichte vor. Ich hatte Sorge, dass sie vielleicht
ausgerechnet heute, wo sie den Schlaf so dringend brauchte, die
Augen nicht zu bekommen würde. Und es klappte wirklich;
ich las gerade mal bis zur Hälfte, da fielen ihr die Augen zu.
Maries
Mutter rief nochmal an; sie kündigte an, heute doch 2 Stunden
früher Schluss zu machen; sie war unruhig. Als sie kam,
erklärte ich ihr kurz, wie gut Marie den Tag bislang überstanden
hatte. Ich denke es war eine gute Entscheidung, denn Marie
strahlte, als sie beim Erwachen ihre Mami vor dem
Bett stehen sah. Wir vereinbarten, heute abend nochmal zu
telefonieren, um abzusprechen, ob Marie morgen wieder kommt,
oder ob ihre Mami lieber daheim bleiben wird.
08:00
Marie kam
09:15
Zäpfchen (Paracetamol 250)
11:30 Mittagessen
(Broccoli Auflauf)
11:55
Mittagsschlaf
14:00
Abholung
Michala
König (Wigwam 3)
Das
wars für heute - mehr von den Wigwams und die Fortsetzung zum
"Mainzer Modell" im nächsten Info-Brief.
Susanne
Rowley

Kbb Wigwam 1994 - Hauptstelle
(Gründerin)
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